Nacht Drei und Tag Vier der Reise

Die Nacht vom 18. auf den 19. Sturmmond 2635 n.J.L. (18/19. Boron 15 n.H.)

Nach dem Gefecht öffnen wir die Klappe und begeben uns in den Keller der Hütte. Dort ist ein Mann gefesselt, es scheint sich dabei um Josef zu handeln, der vermisste Kutscher. Alwin kann bestätigen, dass er es tatsächlich ist. Sein Zustand ist wirklich schlimm, denn offensichtlich wurde er, unfreiwillig, Teil eines seltsamen heidnischen Rituals. Ein Götzenkult, bei dem den Opfern streifen der Haut aus dem Rücken entfernt werden.

Wir versorgen Josefs Wunden und begeben uns nach oben. Im Morgengrauen beginnen wir den Wagen zu suchen, ich breche die Suche jedoch nach wenigen Augenblicken ab. Meine Verletzungen vom Kampf in der Nacht sind zu schwer und ich versorge sie erst. Meine Schiffskameraden werden es mir hoffentlich verzeihen.

 

Tag Drei der Reise

18. Sturmmond 2635 n.J.L. (18. Boron 15. n.H.)

Nach der seltsamen Begegnung mit den Gestalten reisen wir weiter. Es ist trüb, bewölkt aber der Regen hat aufgehört. Wir finden ein braunes, seidenes Tuch an einem Baum. Ich lasse mir das Tuch von Ramirez geben, um es zu inspizieren. Es ist braun und trägt ein Monogramm „B“. Der Himmel reißt auf, ein gutes Omen. Wir reiten ewiglich lange weiter. Ich wünschte mir, wir hätten ein Schiff nehmen können. Planken unter den Füßen zu haben ist ein vielfach angenehmeres Gefühl als ein blödes Pferd unter dem Arsch.

In der Dämmerung näherten wir uns einem Licht, welches Alwin entdeckte. Es scheint aus einer Hütte zu kommen, eine große Hütte aus Holz. Ein Heulen schallt aus der nähe der Hütte zu kommen. Wie sich herausstellte war es der Olporter der Hüttenbewohner. Diese waren sehr verwundert darüber, dass wir auf diesem alten Schmugglerweg reisen, sie bieten uns jedoch (wenig gastfreundlich wie ich finde) für ein paar Silberstücke ein Nachtlager an. Einer der Drei stellt sich uns als Arl vor, was uns erheitert, ihn jedoch weniger. Der Anführer der drei nennt sich Melal. Wir teilen Proviant und Branntwein mit Ihnen und plaudern ein wenig. Da die braven Jägersleute früh ihrem Tagwerk nachgehen wollen, gehen sie früh zu Bett. Wir beschließen dennoch Wachen aufzustellen, da Ramirez und Alwin die drei nicht geheuer vorkommen, insbesondere nachdem Ramirez ein entlaibtes Pferd im Hinterhof vorfand.

Ich träume wieder von dem Raben. Dieses mal weisst er mich auf das Bärenfell am Boden hin. Als ich wieder aufwache schaue ich mir das Fell genauer an, dort scheint eine Luke verborgen zu sein. 

In diesem Moment stürmen die drei Jäger aus ihrer Kammer. Wir sind jedoch vorbereitet und es kommt zu einem erbitterten Kampf. Meine magischen Kräfte scheinen, ob der schlechten Omen völlig versiegt zu sein, so muss ich mich mit bloßen Fäusten und meinem Sax gegen die verfluchten Bastarde wehren. Dies gelingt mir sehr gut, dennoch habe ich einige schwere Wunden davon getragen. Ramirez und Alwin hat es, Swafnir sei Dank, nicht so stark getroffen. Leider konnte Melal entkommen. Schändliche Kerle, die das Gesetz der Gastfreundschaft so mit Füßen treten. Daheim in Olport wären sie verbannt worden. 

Tag Zwei der Reise

17. Sturmmond 2635 n.J.L (17. Boron 15 n.H.)

Die Natur wird langsam kärger und das Wetter scheint schlechter zu werden. Es wird Regen geben! Wir reisen tiefer in den Sumpf und langsam beginnt Nebel aufzuziehen. Während der Wache bemerken wir merkwürdige Gestalten, die wie Menschen aufrecht gehen und große Säcke tragen. Sie beobachten uns, lassen uns aber in Ruhe.

Tag Eins der Reise

15. Sturmmond im Jahre 2635 nach Jurgas Landung (15.Boron 15 n.H.)

Ein warmer sonniger Tag in Havena, tief im Süden Deres. Ich besuche den Markt am Hafen um meine Vorräte aufzustocken und um vielleicht etwas Premer Feuer zu erwerben. Leider war kein Feuer aufzutreiben, aber an einem Stand konnte ich zumindest einen guten Branntwein auftreiben.

Nachdem ich meine Einkäufe verstaut hatte, bemerkte ich einen ärmlichen Matrosen, der mich neugierig musterte. Er hieß Ramirez und hatte noch nie zuvor einen Thorwaler wie mich gesehen, sagte er. Ich bot ihm an meinen Fisch und meinen Branntwein zu teilen, wenn er mir die Möglichkeit bietet den Fisch zuzubereiten. Während wir essen und trinken kommt ein kleiner Junge, Rogal offensichtlich ein Freund von Ramirez, in seinen Unterschlupf und berichtet von dem Wirt des „Goldenen Ankers“ der eine Expedition zusammenstellen will. Das hört sich nach einem Abenteuer an, also machen wir uns auf den Weg dorthin. Im „Goldenen Anker“ treffen wir auf Alwin, welcher wohl aus dem Wald zu kommen scheint – und das meine ich wörtlich, er erweckt den Anschein, dass er wirklich direkt aus dem Wald kommt.

Maximilian, der Wirt, vertraut uns die Aufgabe an, da er sowohl Ramirez als auch Alwin wohl schon länger kennt. Wir sollen eine verlorene Ladung Wein für ihn bergen, die er schon lange zurück erwartet. Wir beschließen am nächsten Morgen aufzubrechen, was mir noch genug Zeit gibt um Amulette für uns zu besorgen, welche uns auf der Reise Schutz gewähren.  Für Alwin, da er ein Jäger ist, besorge ich einen Hecht. Ramirez, der alleine einen verlorenen Eindruck auf mich macht, besorge ich einen Hering. Ich hingegen habe für mich die Forelle gewählt, die gegen den Strom schwimmt. Da wir nun viele Tage in der Wildnis sind, lasse ich mir im Anker noch ein heißes Bad einfüllen, als letzte Annehmlichkeit für die nächsten Tage.

Die Nacht verläuft merkwürdig. Es klang so, als würde niemand im Schlafsaal sein, außer uns. Am Dachfenster zeigte sich ein Rabe, der mich fixierte. Ich wecke Ramirez, auch er kann den Raben sehen!  Als Ramirez jedoch ein Geräusch macht war urplötzlich alles wieder normal.

Faenwulf Krähentod

Kurzfassung ohne Meisterinformationen

Faenwulf wurde an der rauen Nordwestküste Aventuriens geboren, 1 Meile nördlich von Vaermhag im Jarltum Hjöre Bodrtal.

Nach seinem Studium an der Runajasko in Olport kehrte er zu seiner Ottajasko, den Kraakenfressern zurück. Dort begleitete er eine Otta auf einer Haijagd. Das Schiff wurde jedoch von einer Seeschlange angegriffen. Der erbarmungslose Kampf mit dem Ungetüm kostete viele tapfere Thorwaler des Langschiffes das Leben. Als das Schiff schon so gut wie zerstört war, tauchte das Ungeheuer ab, um seinen letzten vernichtenden Schlag zu starten. Während dieses letzten Angriffes ging Faenwulf über Bord und wurde immer weiter von dem Langschiff abgetrieben, während er sich an einer Planke festklammerte. Er konnte noch sehen, dass in einer letzten Anstrengung die Besatzung die Seeschlange besiegte. Dennoch sah er wie das Boot davonfuhr.

Er trieb auf dem Meer, versuchte sich zu orientieren und in Richtung des Festlandes zu paddeln. Schweren Herzens trennte er sich von seinen Waffen, da diese ihn in die Tiefe zogen. Am dritten Tag seine „Reise“ begann er zu phantasieren, er sah seine Eltern auf dem Meere laufen. Er wehrte sich gegen Kraken, die ihn angriffen, nur um festzustellen, dass er in Algen gewickelt war. Am Morgen des vierten Tages wachte er auf Sand auf, die Brandung umspülte ihn und das Meer versuchte sich seine Beute wiederzuholen. Aber er kroch den Strand weiter hinauf. Eine Krähe, welche dachte sie könnte sein linkes Auge als Mahlzeit bekommen, bereute ihren Einfall sofort. Trotz aller Entkräftung griff Faenwulf sich die Krähe und brach ihr das Genick. Sie war seine erste Mahlzeit seit Tagen und ihr Blut sein erster Trunk.

Nach einigen Stunden des Schlafes erwachte er und fühlte sich kräftig genug um aufzustehen. Er war in der Nähe eines Ottajaskos, dass verrieten ihm die aufsteigenden Rauchsäulen. Er machte sich auf den beschwerlichen Weg die Uferböschung hinauf, in Richtung der vermeintlichen Siedlung.

In der Tat, war Swafnir zum wiederholten Male mit ihm, denn es handelte sich bei den Rauchsäulen um Feuerstellen einer thorwalschen Siedlung. Als die Bewohner ihn auf das Dorf zuwanken sahen rannten sie ihm entgegen. Die nächsten Tage sind ihm nur noch verschwommen in Erinnerung, doch die Dorfbewohner päppelten ihn wieder auf und fragen nach seinem Schicksal. Er berichtete von dem Kampf mit der Seeschlange, seinen Tagen auf See und der lebensspendenden Krähe. Fortan nannten die Dorfbewohner ihn scherzhaft Krähentod. Als er wieder in einem reisefähigen Zustand war, spannten die Dorfbewohner einen Ochsen vor einen Karren und er reiste mit dem Hetmann des Dorfes in seine Heimat.

In seiner Sippe angekommen wurde er herzlich empfangen, glaubte man doch er würde schon längst vor Swafnir singen und dort seine Geschichten erzählen. Doch das Ereignis hatte ihn verändert. Er legte seinen alten Nachnamen ab und nannte sich von da an Faenwulf Krähentod. Er verspürte eine Sehnsucht zu reisen, die er zwar schon von seinen früheren Reisen kannte, aber er wollte nicht auf Beutezug gehen. Er verabschiedete sich von seiner Sippe und machte sich auf den Weg nach Havena…

Die Gemeinschaft der Fische

Dies sind die Abenteuer der wackeren Helden Alwin, Ramirez und Faenwulf, besser bekannt als die Gemeinschaft der Fische.

Wir bewegen uns auf Dere, genauer gesagt in und um Havena herum.

Unsere Abenteuer begannen am 15. Sturmmond im Jahre 2635 nach Jurgas Landung (15. Boron 15 n.H./24.02.2012) und ich, Faenwulf Krähentod werde hier davon berichten. Hin und wieder werde ich allerdings auch meine Begleiter zu Worte kommen lassen.

Solltet ihr irgendwo auf eckige Klammern wie diese [ ] stoßen, so handelt es sich um Meisterinformationen.